Nachhaltige Marktwirtschaft - Bürgerstrom

Bürgerstrom und Klimawandel

Nachhaltigkeit durch Bürgerstrom

Seit Jahrzehnten arbeiten sich Initiativen wie mein Projekt "Bürgerstrom - Solarstrom - Bürgerprojekt Photovoltaik" an der Energiewende ab. Dabei erleben wir Höhen und Tiefen. Manchmal gewinnen wir den Eindruck, dass die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft und weite Kreise der Bevölkerung verstanden haben, um was es beim Klimawandel wirklich geht.
Warum ist es notwendig, die Weltwirtschaft von einer weitgehend auf fossilen Brennstoffen basierenden Energiewirtschaft umzusteuern? Warum fällt die Veränderung, hin zu einer nachhaltigen, auf erneuerbaren Energien basierenden Weltwirtschaft so schwer? Wieso arbeitet die Weltgemeinschaft nicht ernsthaft zusammen, um den sehr wahrscheinlich anthropogen verursachten Klimawandel zu reduzieren? Diese und andere Fragen versuche ich in verschiedenen Zusammenhängen auf dieser Website zu beantworten. Viele Freude beim Lesen.


Wissen - Wahrheit - Glauben - Fake-News?

Wenn ich eine Frage stelle und dazu schreibe, taucht umgehend mindestens eine weitere Frage auf. Darauf kommen neue Fragen. Ich finde dabei Antworten, die aber wiederum zu neuen Fragen führen.
Stellen Sie sich selbst die zwei folgenden Fragen:
Ist das durch fossile Brennstoffe vermehrt in die Atmosphäre eingebrachte CO2 eine der sehr wahrscheinlich wesentlichen Ursachen für den Klimawandel?
Nach meiner Überzeugung, ja!
Warum verstehen so viele Menschen nicht, dass wir einen, im Wesentlichen durch unser wirtschaftliches Verhalten, mitverursachten anthropogenen Klimawandel haben?

Das Wichtigste ist, daß man nicht aufhört zu fragen. (Albert Einstein)

Die Antworten auf diese beiden Fragen sind vielfältig:
Die Einen sagen, es fehlt an der Zeit, sich damit zu beschäftigen. Die Anderen sagen, es sind die Unsicherheiten, die in dem Thema vorhanden sind.
Es ist die Komplexität der verschiedenen Wirkzusammenhänge, die sich gegenseitig wieder beeinflussen durch Rückkoppelungseffekte. Externe andere, unbekannte oder unberücksichtigte Einflüsse wirken auch auf das Klima ein. Es gibt Kausalitäten und Korrelationen. Überschneidungen, Verhaltensänderungen und Krisen, wie die Corona-Pandemie. Derzeit werden einige bisherigen "in Stein gemeißelte" Annahmen der aktuell gängigen Wirtschaftstheorien auf den "Prüfstand" gestellt.  Die Einen wollen "zurück, wie es vor Corona (BC) war", die anderen sehen "neue Chancen und Möglichkeiten nach Corona (AC)".
Ein paar Leute meinen, dann noch, dass das "die Profis" lösen sollen. Welche Profis damit gemeint sind, bleibt unbekannt. Was uns diese "Profis" bisher an "Lösungen" angeboten haben, ist eher beschämend. Wir müssen verstehen, dass unser Wohlstand nicht nur darauf beruht, mehr Geldumsätze und mehr Schulden zu produzieren, sondern dass die Vielschichtigkeit ökologischer, sozialer und ökonomischer Verantwortlichkeiten und Verhaltensweisen relevant sind. "Die Profis" gibt es dabei nicht.

Wissenschaft ist eine Basis dafür, um zu erklären, warum Dinge sind oder nicht sind, warum etwas geschieht oder auch nicht. Was wir mit dem Wissen machen, das entscheiden wir gesellschaftlich, wirtschaftlich, ethisch, rechtlich etc. als Gemeinschaft.
Veränderungen im Leben fordern uns. Wir betreten AC "unbekanntes Land".

Wie schrieb Georg Christoph Lichtenberg, der Begründer des deutschen Aphorismus in seinem Sudelbuch K, 1793-1796:

Wir leben in einer Welt, worin ein Narr viele Narren, aber ein weiser Mann nur wenige Weise macht. ... Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser werden wird wenn es anders wird; aber so viel kann ich sagen, es muß anders werden, wenn es gut werden soll.

Mammutbaum

Die Etymologie des Wortes Mammut ist unter anderem auf frz. mammouth zurückzuführen, das durch russ. (älter) mámmut, mámut (маммут, мамут) aus jakut. oder tungus. mamut „unter der Erde lebend“ (zu mamma ‘Erde’) führt. Heute steht Mammut für „von großem Ausmaß, gewaltig, riesenhaft“.

Grundsätzlich können wir davon ausgehen, dass die Wurzeln eines Baumes mindestens genauso umfangreich sind, wie die Baumkrone. Welch ein Reichtum bleibt uns verborgen, mit all den Lebewesen, die mit und von den Wurzeln leben und durch die ein Baum seine Lebensfähigkeit erhält? Wir staunen bereits über das, was wir sehen. Wie beeindruckt würden wir sein, wenn wir das "Nicht-Sichtbare" sehen, riechen, fühlen, hören könnten?


Geduld - Muße - Stress - Hektik?

Mit der Geduld der Menschen ist es nicht weit her. Wir sehen das aktuell an der Pandemie mit SARS-CoV-2 und der daraus folgenden Krankheit Covid-19. Etwa 4 Wochen war sich die Gesellschaft einig, was "richtig oder falsch" ist.

Das Abwägen von Menschenwürde und Grundrechten, Lebensschutz, Gesundheit, Meinungsfreiheit, Gewerbefreiheit, Versammlungsfreiheit, Bewegungsfreiheit etc. entwickelt sich derzeit. Wir stellen Fragen.

Es gibt aber nur differenzierte Antworten. Es gibt bei Themen wie Pandemie, Klimaschutz, Artenschutz nicht einfache Antworten mit "richtig oder falsch", "nur so, und nicht anders". Die Zeit der Alternativlosigkeit, die uns in wichtigen, global (differenziert) zu beantwortenden Themen von einigen Politikern und anderen "Verantwortlichen" aufgezeigt wird, ist BC hoffentlich beendet worden. In AC wird eventuell die Vielfalt von differenzierten Lösungsansätzen möglich sein, um Klimaschutz, Artenschutz, Umweltschutz auf vielfältige Art und Weise deutlich zu verbessern.

Fraktale Fragen und Antworten

Warum haben wir bisher (noch) keine weltweit gesellschaftlich durchdringenden Antworten und Lösungen umsetzen können? Weil die Fragen fraktal sind und weil die Antworten fraktal sind. Die scheinbare oder möglicherweise wirkliche Komplexität der Wirkungen von Handlungen, Unterlassungen, Duldungen überfordert uns angeblich. Das verrückte ist meines Erachtens: Oft sind die Lösungen gar nicht komplex. Wir müssen nur die "richtigen" Fragen stellen, Fragen anders stellen.
Man redet uns ein, dass wir durch mehr Umweltschutz, Artenschutz und Klimaschutz angeblich Wohlstandsverluste erleiden. Dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) darunter leiden könnte, liegt kurzfristig möglicherweise auf der Hand. Das BIP ist als Indikator für Prosperität sehr ungeeignet.


Die folgenden Schaubilder und Berichte zeigen die Notwendigkeit und die Dringlichkeit aktiven Handelns für eine nachhaltige Marktwirtschaft unmittelbar auf.

Zum einen steigt die globale Temperatur in einem klar erkennbaren Trend an. Zum anderen steigt der globale CO2-Gehalt in der Atmosphäre seit Jahrzehnten jährlich an.

Warming stripes - Welt und Deutschland

Wenn Sie davon überzeugt sind, dass es seit Jahrzehnten einen nachweisbaren Trend zu global steigenden Temperaturen gibt, dann können Sie an diesen Schaubildern sehen, dass es diesen Trend tatsächlich gibt.

Sind Sie an einer bestimmten Augenkrankheit (Trichromat) erkrankt, dann können Sie den Farbunterschied in dem Strichcode nicht erkennen. Die anderen wollen den Unterschied nicht sehen und haben andere Überzeugungen.

Wer sich weiter über dieses Thema informieren möchte, liest auf der Website Klimafakten weiter.

Globale CO2 Konzentration
Global Carbon Emissions - Welt

Die globale CO2-Konzentration (Global Carbon Emissions) steigt seit Jahrzehnten kontinuierlich an.



Korrelation und Kausalität

Es besteht  ganz sicher zumindest eine Korrelation zwischen den beiden Ereignissen "CO2-Ausstoß" und "Zunahme des Verbrauchs fossiler Brennstoffe".

Nach den bisherigen Erkenntnissen aus tausenden von Analysen und Studien besteht mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch eine Kausalität.


"Der Weg ist das Ziel." Oder vielleicht doch: "Wege führen zu Zielen."

Welche Wege wollen wir gehen? Steinig sind sie allemal. Es gibt immer Alternativen. Jeder Einzelne von uns gestaltet Zukunft. Durch sein Tun oder sein Unterlassen oder sein Dulden. Diese Zukunft sollte anders sein, wie das, was uns die Gegenwart bietet. Die "Grenzen des Wachstums" sind uns bekannt. Wir nehmen sie nur nicht ernsthaft wahr. Entwickeln wir den quantitativen Wachtumsbegriff weiter, weg vom Bruttoinlandsprodukt (BIP), hin zu einem qualitativen Wachstum (Wohlstand, Wohlfahrt, Nachhaltige Entwicklung).

Beschränkung oder Verschränkung?

Wenn wir von ökologischen und sozialen Missständen sprechen, welche die Ökonomie verursacht, folgt reflexartig der Begriff der "Beschränkung". Impulsiv wird daraus "Verzicht". Damit holen wir niemanden "hinter dem Ofen vor". Die Diskussion um den Klimawandel, um Artenschutz, um soziale Gerechtigkeit etc. sollte nicht als Leitbild "Beschränkung" haben, sondern vielmehr "Verschränkung" beachten.

Solange wir den Begriff der Nachhaltigkeit mit seinen Komponenten Ökologie, Ökonomie, Soziale Verantwortung, als Säulendiagramm darstellen, bleibt die Debatte "linear beschränkt". Lassen wir das Bild der "Verschränkung" zu, erkennen wir die Wechselbeziehungen dieser Komponenten. Wir werden aber nicht die Mehrdimensionalität aller Wechselwirkungen und Rückkoppelungsschleifen erfassen können. Wir können nur versuchen, es besser zu machen, wie es derzeit vorgezeichnet zu sein scheint. (Dietmar Helmer, 2020)


 Waldschadensbericht 2019

Pressemeldung "Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft" (BMEL): Ein Drittel der Landesfläche Deutschlands (11,4 Millionen Hektar) ist mit Wald bedeckt. Die häufigsten Baumarten in Deutschland sind die Nadelbäume Fichte (25 Prozent) und Kiefer (23 Prozent), gefolgt von den Laubbäumen Buche (16 Prozent) und Eiche (11 Prozent).

Die einleitenden Worte im Wald-zustandsbericht 2019 vom Januar 2020 lauten:
Zitat:
"Die Waldzustandserhebung 2019 bestätigt leider: Unserem Wald geht es nicht gut. Genauer gesagt, es ging ihm seit Beginn der Erhebungen im Jahre 1984 noch nie so schlecht. Der Kronenzustand hat sich gegenüber 2018 weiter verschlimmert. Nur noch rund ein Fünftel der Bäume zeigte keine Kronenverlichtung."

Bericht zur Lage der Natur 2020


Die Pressemitteilung vom 19.05.2020 des BMU
(Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit) fängt so an:
Zitat: "Der Bericht zur Lage der Natur zeigt ein gemischtes Bild vom Zustand von Arten und Lebensräumen in Deutschland.

Der Natur in Deutschland geht es insgesamt nicht gut genug. Neben positiven Entwicklungen in Wäldern und ersten Lichtblicken in Dörfern und Städten ist der Zustand der Natur vor allem in der Agrarlandschaft überwiegend schlecht."

Im Januar 2020 veröffentlichte das BMEL den Waldschadensbericht und im Mai 2020 redet das BMU von positiven Entwicklungen in Wäldern.


Wie geht es dem Wald denn nun?
Aus dieser Inkohärenz entsteht Inkonsequenz.


 


Finden die Erwägungen beim Thema "Corona-Pandemie" ausreichend Verständnis auch beim Thema Klimawandel?

Das Verhältnismäßigkeitsprinzip

Was sind die Folgen von zu wenig Klimaschutz, Artenschutz, Umweltschutz?

 

Das Verhältnismäßigkeitsprinzip (Grundsatz der Verhältnismäßigkeit bzw. Übermaßverbot)

Im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie wurde der Begriff der Verhältnismäßigkeit in die "Mitte der Gesellschaft" getragen.

In der Rechtsprechung ist dieses "ungeschriebene" Grundprinzip Grundlage für viele Gerichtsentscheidungen, insbesondere wenn es um Fragen der Grundrechte geht.

Wie wir sehen können, ist der Anwendungs-bereich für das Verhältnismäßigkeitsprinzip viel weiter zu fassen, da er eben auch die Gesellschaft, die Umwelt, das Klima etc. betreffen kann. Es ist bei staatlichem aber auch bei ethischem Handeln immer zu fragen:

"Ist das, was der Staat tut, verlangt, unterlässt, verhältnismäßig?"

Grundlage für Verhältnismäßigkeit ist ein legitimer Zweck. Ist dieser nicht gegeben, dann ist das, was folgt bereits schon deshalb unverhältnismäßig.
Besteht der legitime Zweck (als bedingende Voraussetzung), ist die Eignung, Erforderlichkeit und Angemessenheit zu prüfen.

Fragen wir uns deshalb:
Sind die bisherigen Maßnahmen im Klimaschutz, Umweltschutz, Artenschutz etc. verhältnismäßig?
Wird Art. 20a Grundgesetz ausreichend beachtet?

Art 20a GG: Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung durch die Gesetzgebung und nach Maßgabe von Gesetz und Recht durch die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung.

Solidarität und Verantwortung in der Corona-Krise AD-HOC-EMPFEHLUNG vom 27.03.2020,S.5

Zitat deutscher Ethikrat (meine Änderungen):

Dabei kommt der Bereitschaft, die Maßnahmen des Lockdowns(des Umweltschutzes, des Klimaschutzes, des Artenschutzes,der Ressourcenschonung, der fairen Bezahlung, der fairen Arbeitsbedingungen, …) im Sinne einer gemeinschaftsstiftenden Solidarität zu akzeptieren, besondere Bedeutung zu. Sie ist im wesentlichen Umfang abhängig von zwei Faktoren:

1. Der permanenten Kontrolle von (Eignung,) Erforderlichkeit und Angemessenheit der ergriffenen Maßnahmen. Das Verhältnismäßigkeitsprinzip verlangt insoweit auch, und in der gegenwärtigen Situation im besonderen Maße, ein Einbeziehen der Zeitdimension.

2. Damit eng verknüpft ist das Postulat, der Öffentlichkeit zu erläutern, wie und unter welchen Voraussetzungen Wege zurück in einen Zustand der „Normalität“ (vorwärts in einen Zustand der „nachhaltigen Entwicklung“) beschritten werden können.

Beide Faktoren lassen sich zusammenführen im Begriff der Öffnungsperspektiven.

Deutscher Ethikrat
Empfehlung zur Corona-Krise - Verhältnismäßigkeitsprinzip
Deutscher Ethikrat ad-hoc-empfehlung-corona-krise 2020-03-27.pdf (179.92KB)
Deutscher Ethikrat
Empfehlung zur Corona-Krise - Verhältnismäßigkeitsprinzip
Deutscher Ethikrat ad-hoc-empfehlung-corona-krise 2020-03-27.pdf (179.92KB)

Berührungspunkte lassen sich auf vielfältige Weise finden. Du musst nur deinen Blickwinkel ändern, um die Schönheit und Gesamtheit der Natur zu erkennen. Du bist ein Teil davon. Behandle diese Teile so, wie du vernünftigerweise erwarten möchtest, behandelt zu werden.

(Immanuel Kant, 1785: "Handle so, als ob deine Maxime zugleich zum allgemeinen Gesetze (aller vernünftigen Wesen) dienen sollte.